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Standards für Schreibweisen

Profil

Neben den Angeboten für Lektorate und Übersetzungen ist mein Büro auf die Erarbeitung von Standards für Schreibweisen spezialisiert. Diese Standards sind kunden- und textspezifisch und umfassen festgelegte Schreibungen von Namen, Abkürzungen oder Kontaktdaten ebenso wie Vorgaben zur Typografie oder zur Gestaltung bestimmter Textelemente wie Aufzählungen oder Überschriften. Solche Zusammenstellungen von verständlichen Regeln und Festlegungen gewährleisten eine hohe Qualität der bearbeiteten Texte und auf Dauer eine einheitliche und konsistente Form.

Die Erstellung von Standards ist insbesondere für größere Projekte wie Ausstellungen oder Fachbücher, für Periodika wie Finanzberichte, Newsletter und Zeitschriften oder für die Corporate Language eines Unternehmens sinnvoll.

Die erarbeiteten Standards sind für alle Beteiligten – von der Texterstellung über das Lektorat und die Übersetzung bis zur Satzerstellung – gemeinsamer Bezugspunkt und werden in übersichtlicher Form im PDF-Format zur Verfügung gestellt. Sie beruhen auf bestehenden Standards und Regelwerken, werden jedoch auf die jeweiligen Anforderungen der Texte abgestimmt und durch kundenspezifische Schreibweisenfestlegungen und Sprachregelungen ergänzt.


Bestehende Standards

Mit dem Problem, einheitliche Schreibungen zu erreichen, ringen Schreibende, Lektorierende, Setzende und Korrigierende seit Jahrhunderten. Aus dem Bestreben nach Vereinheitlichung entstanden in Deutschland ebenso wie in vielen anderen Ländern sowohl Rechtschreibregelwerke und Vorschriften für den Schriftsatz als auch z. B. Normierungen für den Formelsatz. Vielfach wurden diese Regeln in Publikationen zusammengefasst, die für das Schwedische z. B. als »Skrivregler«, für das Italienische als »Manuale di stile« oder für das Englische als »Manual of Style« erschienen sind. Für das Deutsche bietet die 2003 von Brigitte Witzer herausgegebene Duden-Publikation »Satz und Korrektur. Texte bearbeiten, verarbeiten, gestalten« eine mit den genannten Titeln vergleichbare Zusammenstellung von Standards für Schreibweisen, denen auch die in »Duden. Bd. 1: Die deutsche Rechtschreibung« enthaltenen Regeln für die Rechtschreibung und die Textverarbeitung entsprechen. Fundierte detailtypografische Entscheidungen bei der Verwendung von Satz‑, Begriffs- und Sonderzeichen ermöglicht das 2017 erschienene Werk »Zeichen setzen!« des Typografen Ralf Turtschi. Aus der Bundesrepublik Deutschland, Österreich, der Schweiz und anderen Ländern liegen ebenso wie von der UNESCO darüber hinaus Leitfäden für eine geschlechtergerechte Sprache vor.


Erarbeitung von Standards

Veröffentlichte Standards für das Deutsche wie die Duden-Publikationen und »Zeichen setzen!« von Ralf Turtschi oder »New Hart’s Rules« für das britische Englisch bilden in meinem Büro die generelle Grundlage für Lektorate und die Ausfertigung von Übersetzungen. Da diese Regelwerke allerdings in vielen Fällen Varianten vorsehen, erfordern auch sie immer wieder Entscheidungen: Soll »so dass« oder »sodass« geschrieben werden? Sollen numerische Kalenderdaten mit oder ohne Leerzeichen stehen? Soll im Englischen der lange oder der kurze Gedankenstrich verwendet werden? Zudem verfügen manche Kundinnen und Kunden in Form von Wordings oder Hausschreibweisen bereits über zu berücksichtigende eigene Vorgaben für die Schreibung bestimmter Textelemente wie Firmennamen, Zahlen oder Bildunterschriften.

Die von meinem Büro erarbeiteten Standards entstehen aus diesen individuellen Kundenvorgaben, aus der Analyse der Corporate Language eines Unternehmens, einer Institution oder eines Verbandes und aus eingeführten Regelungen und werden im Verlauf der Projektarbeit zunehmend erweitert und verfeinert. Diese Ergänzungen und Verfeinerungen gehen dann in jeweils aktualisierte Fassungen der Standards ein.


Inhalte von Standards

Die erstellten Schreibweisenstandards basieren auf amtlichen Rechtschreibregelungen, renommierten Sprachwerken, Richtlinien anerkannter Institutionen sowie auf nationalen und internationalen Normen und auf Regelwerken internationaler Organisationen (u. a. DIN‑, EN‑, ISO‑Normen, Empfehlungen der International Telecommunication Union und der Universal Postal Union). Wichtige in Schreibweisenstandards geregelte Aspekte von Texten sind in der folgenden Übersicht zusammengestellt:

  • Abbildungen: Groß- und Kleinschreibung der Beschriftung in Abbildungen und in Bildunterschriften, Zeichensetzung
  • Abkürzungen: Wortschreibung oder Abkürzungsverwendung, Wahl von Abkürzungen
    (z. B. »etc.«/»usw.«)
  • Anmerkungen/Fußnoten: Wahl von Abkürzungen (z. B. »cf.«/»vgl.«), Zeichensetzung
  • bibliografische Angaben: Auswahl und Reihenfolge der Angaben, zu verwendende Abkürzungen, Zeichensetzung
  • Formeln: typografische Form von Formelzeichen
  • Geldbeträge: Art und Platzierung der Währungsbezeichnung, Zahlengliederung
  • geschlechtergerechte Sprache: z. B. Paarformen (»Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter«) oder großes I (»MitarbeiterInnen«)
  • Kontaktdaten: Notation von Anschriften, Titeln, E‑Mail- und Internetadressen, Telefonnummern, Bankverbindungen
  • Listen, Aufzählungen, Tabellen: Groß- und Kleinschreibung, Zeichensetzung
  • Sprachregelungen: Anglizismenverwendung, Bezeichnungen von Ereignissen, Personen, Körperschaften
  • Typografie: Art, Größe, Auszeichnung (kursiv, fett usw.) und Farbe der Schrift, Form von Zeichen wie Apostroph, Bindestrich, Satzzeichen, Minuszeichen
  • Überschriften: Nummerierung, Zeichensetzung
  • Zahlen: Wortschreibung oder Ziffernschreibung, Gliederung durch Punkte oder Zwischenräume
  • Zeichenabstände: Satzzeichen, Abkürzungen, Paragrafenangaben, Maßstabangaben, Formeln, Postfach- und Telefonnummern, Bankleitzahlen
  • Zeitangaben: Notation von Uhrzeiten, Kalenderdaten, Jahrzehntangaben
    (z. B. »Achtzigerjahre«/»1980er-Jahre«)
  • Zitate: Notation von Auslassungen und Zusätzen, Zeichensetzung

Dieter Schlichting